Bündnis AniKA berät über die Auswirkung des Fachkräftezuwanderungsgesetzes in Karlsruhe

 

Bei der Versammlung des Bündnisses „AniKA – Ankommen in Karlsruhe“ haben sich am Mittwoch, den 24. Juli rund 40 Vertreterinnen und Vertreter  aus Einrichtungen, Behörden, Trägern, Vereinen und Verbänden über das Fachkräftezuwanderungsgesetz ausgetauscht.

 

Das Fachkräftezuwanderungsgesetz, das voraussichtlich 2020 in Kraft tritt, werde auch viele Veränderungen für die Ausländerbehörde mit sich bringen, erklärte der Leiter der Ausländerbehörde, Thomas Hager. So müsse sich die Behörde darauf einstellen, auch Ansprechpartner für Unternehmen zu werden.

 

Dirk Dickgießer von der Agentur für Arbeit bestätigte den Bedarf an Fachkräften in Karlsruhe: „Das vorhandene Erwerbspersonenpotential sowie die derzeitige Zuwanderung reichen in der Region nicht aus, den Bedarf an geeigneten Arbeitskräften in allen Berufen zu decken.“ Fachkräfteengpässe gebe es aktuell vor allem in der Fertigung, in Verkehr und Logistik, in Gesundheitsberufen, aber auch im Handwerk.  

 

„Wir sollten die Diskussion um Fachkräftezuwanderung nicht auf die Verwertbarkeit von Human Ressources begrenzen“, betonte die Integrationsbeauftragte der Stadt Karlsruhe, Meri Uhlig.  Um eine umfassende Integration zu ermöglichen, müssten Themen wie Wohnen, Deutschförderung und Bildung berücksichtigt werden.

 

Einigkeit bestand bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern darin, dass die Fachkräfte und ihre Familien auch nach der Ankunft in Karlsruhe einen erheblichen Beratungsbedarf haben werden. Um diesen decken zu können, müssten die bestehenden Beratungsangebote noch sichtbarer und besser koordiniert werden. Bei der ohnehin schon großen Wohnraumknappheit in Karlsruhe müssten vor allem Unternehmen in der Umgebung sensibilisiert werden. Dabei gehe es auch darum, schnelle Lösungen für ankommende Fachkräfte zu finden, wie mehr vorübergehende Wohnsituationen.

 

Da davon auszugehen sei, dass Fachkräfte auch mit  Familien nach Karlsruhe kommen, seien insbesondere schnelle und einfache Anerkennungsverfahren von Qualifikationen notwendig, aber auch ein flächendeckendes Angebot von Sprachkursen für die gesamte Familie. Speziell für Kinder und ihre Eltern werden breite Informations- und Integrationsangebote zum deutschen Schulsystem benötigt.

 

Allgemein seien Kooperationen zwischen Behörden, Strukturen wie dem Welcome Center, dem Bündnis AniKA und Unternehmen sinnvoll. Besonders hervorgehoben wurde zudem die Herausforderung, prekäre Arbeit und Ausbeutung zu vermeiden.

 

 

 „AniKA – Ankommen in Karlsruhe“ ist ein Bündnis aus über 50 Akteuren, die in Karlsruhe im Bereich Integration tätig sind. Ziel ist es, auf Basis des Karlsruher Integrationsplans, die gesellschaftliche und berufliche Teilhabe von neu Zugewanderten in Karlsruhe zu ermöglichen und die Karlsruher Willkommensstruktur weiter zu entwickeln. Koordiniert wird das Bündnis vom Büro für Integration der Stadt Karlsruhe, dem Internationalen Begegnungszentrum (ibz), dem Ordnungs- und Bürgeramt der Stadt Karlsruhe sowie zwei wechselnden Mitgliedern aus dem Bündnis, derzeit die Agentur für Arbeit und die Caritas Karlsruhe.